Thema des Monats

Was bei KopflÀusen zu tun ist

Mit den Lockerungen bei den Corona-KontaktbeschrÀnkungen haben Kinder wieder engen körperlichen Kontakt miteinander, sie stecken die Köpfe zusammen...

Berlin (dpa/tmn) - Es juckt, es krabbelt und wenn man nichts unternimmt, dann wandern sie von Kopf zu Kopf: KopflÀuse. Die kleinen Parasiten sind zwar harmlos, aber ziemlich lÀstig. Und die Behandlung ist vor allem bei langem Haar aufwendig.

Wichtig zu wissen: LÀuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene. Ein Kinderarzt und eine Apothekerin erklÀren, was man zu den Krabblern wissen muss.

Wie entdeckt man LĂ€use?
LĂ€use bemerkt man vor allem durch den Juckreiz auf der Kopfhaut. Durch das viele Kratzen können gerötete Stellen im Nacken - meist am Übergang vom Haar zur Haut - oder hinter den Ohren auftreten, wie Prof. Hans-JĂŒrgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte (BVKJ) erklĂ€rt.

Wer vermutet, sollte einen einfachen Test machen: DafĂŒr braucht man einen LĂ€usekamm, bei dem der Abstand zwischen den Zinken maximal 0,2 Millimeter betrĂ€gt, und ein weißes Tuch. Nach dem Waschen wird das nasse Haar ausgekĂ€mmt und der LĂ€usekamm nach jeder StrĂ€hne auf dem weißen Tuch abgestrichen. Nentwich: «Sind schwarze Punkte zu sehen, dann ist das die BestĂ€tigung fĂŒr LĂ€use.»

Woher bekommt man LĂ€use?
KopflĂ€use leben - wie der Name schon sagt - auf dem Kopf, und zwar ausschließlich auf dem des Menschen. Und sie verbreiten sich von Kopf zu Kopf. «Man muss schon direkt Kontakt haben», betont der Mediziner. Denn: «LĂ€use krabbeln.» Über andere Wege - wie etwa bei Flöhen ĂŒber Haustiere - bekommt man keine LĂ€use. Eine Übertragung ĂŒber MĂŒtzen oder BĂŒrsten ist nach Angaben des Instituts fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unwahrscheinlich.

Wer ist besonders betroffen?
Kinder. Sie sind etwa beim Spielen hÀufig nah beieinander und stecken die Köpfe zusammen.

Was tun, wenn das Kind LĂ€use hat?
«LĂ€usebefall unterliegt dem Infektionsschutzgesetz», sagt Kinderarzt Nentwich. Das bedeutet, dass die Eltern die Einrichtung informieren mĂŒssen, in der das Kind betreut wird. Die Kita oder Schule wiederum muss den Fall beim zustĂ€ndigen Gesundheitsamt melden. Das betroffene Kind darf erst wieder in die Einrichtung gehen, wenn es «lĂ€usefrei» ist. Meist ist das nach der ersten Behandlung der Fall.

Oft reicht es, wenn die Eltern bestÀtigen, dass ihr Kind keine LÀuse mehr hat. Mitunter wird aber auch ein Attest vom Kinderarzt verlangt.

Wie sieht die Behandlung aus?
Um die LĂ€use loszuwerden, gibt es spezielle LĂ€usemittel, die direkt auf der Kopfhaut angewendet werden. «Wichtig ist, dass die Mittel im trockenen Haar angewendet werden, um sie nicht zu verdĂŒnnen», betont Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Wer unsicher ist, wirft einen genauen Blick auf den Beipackzettel des Mittels.

Am ersten Tag sollte zunĂ€chst das Kopflausmittel angewendet und das Haar dann nass StrĂ€hne fĂŒr StrĂ€hne mit dem LĂ€usekamm ausgekĂ€mmt werden, erklĂ€rt Sellerberg. «Man kann beim AuskĂ€mmen eine gewöhnliche HaarspĂŒlung verwenden, dann ziept es nicht so stark», empfiehlt sie.

Am fĂŒnften Tag sollten die Haare erneut nass ausgekĂ€mmt werden. Zwischen dem achten und dem zehnten Tag wendet man noch einmal ein LĂ€usemittel an, um junge LĂ€use (Nymphen), die möglicherweise aus den Eiern geschlĂŒpft sind, zu beseitigen. An Tag 13 sowie an Tag 17 kĂ€mmt man erneut durch das nasse Haar und streicht den Kamm auf dem weißen Tuch aus. So sieht man, ob die erfolgreich war.

Was ist sonst noch zu tun?
Man sollte alle, die etwa mit dem Kind Kontakt hatten, ĂŒber den Lausbefall informieren. Und auch wenn die Übertragung ĂŒber Textilien unwahrscheinlich ist, sollte man benutzte BettwĂ€sche und SchlafanzĂŒge bei 60 Grad waschen und nicht-waschbare Kuscheltiere fĂŒr drei Tage in einer PlastiktĂŒte in die TiefkĂŒhltruhe legen, rĂ€t Sellerberg. KĂ€mme und BĂŒrsten reinigt man mit heißem Wasser und Seife und nutzt sie ein paar Tage nicht.

Quelle: Text: dpa / Bild: (dpa)

KopflÀuseSymbolbild
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