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Ab in die Wanne! 7 Fragen rund ums Baden


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

FĂŒr den einen frisst die Wanne im Badezimmer bloß wertvolle Quadratmeter Wohnraum. FĂŒr die andere ist es der «Balkon des Winters». GefĂŒhlt gibt es nur zwei Arten von Menschen: die, die das Baden lieben und diejenigen, die dem Abtauchen im Schaum nichts abgewinnen können.

Letztere können jetzt mit den Lesen aufhören. FĂŒr alle anderen klĂ€ren eine HautĂ€rztin und eine Kardiologin die wichtigsten Fragen rund um das Wellness-Ritual, damit es noch ein wenig gesĂŒnder und entspannender wird. 

1. Ist Baden eigentlich gesund?

«Eindeutig ja», sagt Prof. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. «Baden entspannt, reduziert Stress und lÀsst einen zur Ruhe kommen.»

Das gilt allerdings nur fĂŒr Bade-Enthusiasten. Denn Baden fĂ€llt vor allem in die Kategorie «Seelenmedizin». Heißt: Wer ihm nichts abgewinnen kann, wird auch keinen positiven Effekt spĂŒren.

Interessanter Nebenaspekt: Da Baden das Herz-Kreislauf-System beansprucht, werden je nach Temperatur und Dauer sogar ein paar Extrakalorien verbrannt. Der Effekt ist eher gering: «Als DiĂ€tmaßnahme eignet sich die Methode leider nicht», sagt Tiefenbacher. 

Viele steigen nur dann in die Wanne, wenn sie erkĂ€ltet sind: Das Baden an sich lĂ€sst den Infekt zwar nicht schneller verschwinden. Es kann aber die Symptome lindern, etwa durch Ă€therische Öle in BadezusĂ€tzen, die  wieder besser durchatmen lassen. 

2. Wer sollte besser auf Baden verzichten?

Gesunde Menschen können so heiß, so oft und so lange baden, wie sie es als angenehm empfinden, sagt Kardiologin Christiane Tiefenbacher. 

GrundsĂ€tzlich sprechen nur wenige medizinische GrĂŒnde gegen ein WannenvergnĂŒgen. «Anders als vor wenigen Jahren noch empfohlen, eignen BĂ€der sich auch fĂŒr Menschen mit schwacher Herzleistung oder sehr niedrigem Blutdruck. Bei 37 Grad und 10 Minuten passiert in der Regel auch nichts.»

FĂŒr alle mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Hauterkrankungen gilt jedoch: Es ist gut, BadeplĂ€ne vorab mit Arzt oder Ärztin abzusprechen. Bei Neurodermitis und Co. können bestimmte ZusĂ€tze sogar nachweislich Linderung verschaffen, so die MĂŒnchner Dermatologin Marion Moers-Carpi. Dazu spĂ€ter mehr.

3. Worauf sollten Schwangere achten?

Baden kann vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft sehr entlastend sein und ist damit laut Herz-Expertin Christiane Tiefenbacher ratsam. 

Wichtigste Regel fĂŒr werdende MĂŒtter: Besser nur dann in die Wanne, wenn ein weiterer Erwachsener in der NĂ€he ist. «Baden senkt Blutdruck und erhöht gleichzeitig die Herzfrequenz. Das kann zu Schwindel und im unglĂŒcklichsten Fall zu Ohnmacht fĂŒhren.» Daher gibt sie auch den Tipp, sich vorsichtshalber heraushelfen zu lassen. 

Ein Blick auf den Badezusatz ist ebenfalls ratsam. «Bestimmte Ă€therische Öle wie Kampfer oder Lavendel stehen im Verdacht, wehenfördernd zu wirken», sagt Christiane Tiefenbacher. Besser mit einem neutralen Mittel auf Nummer sicher gehen.

4. Welcher Badezusatz ist gut fĂŒr die Haut?

Lustige SchaumbĂ€der, die viele aus der Kindheit kennen, sind fĂŒr die Haut alles andere als spaßig. «Die darin enthaltenen Tenside trocknen im Winter zusĂ€tzlich aus», sagt HautĂ€rztin Moers-Carpi. RĂŒckfettende ZusĂ€tze auf Basis von Mandel- oder Jojobaöl sind meist die richtige Wahl. 

Es darf neben pflegenden Eigenschaften auch angenehm duften? «Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Kamille, Ringelblume oder Baldrian empfehle ich gerne.» 

Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte setzt die HautÀrztin auf medizinische ZusÀtze mit Eichenrinde oder Salz vom Toten Meer. «Sie lindern Juckreiz und machen die Haut zusÀtzlich angenehm geschmeidig.» 

5. Warum werden HĂ€nde und FĂŒĂŸe im Wasser schrumpelig?

Nicht schön, aber sinnvoll: Durch ausgiebiges Baden quellen die oberen Hornschichten der Haut auf und werden faltig. In freier Wildbahn wĂŒrde diese körperliche Reaktion dabei helfen, sich beim Aus-dem-Wasser-ziehen besser festhalten zu können, so Marion Moers-Carpi. FĂŒr zu Hause ist es das klare Signal: «Das Bad dauert zu lange. Jetzt aber raus», sagt die Dermatologin. 

6. Ein GlÀschen Wein: Spricht etwas gegen Essen und Trinken in der Wanne? 

Wenn zum perfekten Badefest ein Schluck Wein und ein paar Naschereien gehören, gibt es aus Sicht der Kardiologin Christiane Tiefenbacher keinen Grund, darauf zu verzichten. 

Eine Sache sollte man aber nicht unterschĂ€tzen: Die berauschende Wirkung des Alkohols fĂ€llt im warmen Wasser stĂ€rker aus, sodass alles, was ĂŒber ein GlĂ€schen hinaus geht, schnell unangenehm werden kann. Eingefleischte Bade-Fans wissen zum GlĂŒck meist, was ihnen guttut und wo ihre Grenzen sind.

7. Wie sieht das perfekte Baderitual aus medizinischer Sicht aus?

Die Expertinnen raten zu diesem Ablauf: 

  • Geben Sie in den frĂŒhen Abendstunden bzw. nach getaner Arbeit ein Badeöl aus natĂŒrlichen Zutaten in 36 bis 38 Grad warmes Wasser. Versinken Sie mit einem tiefen Seufzer darin, schließen Sie die Augen und denken Sie möglichst an gar nichts.
  • Erheben Sie sich nach ungefĂ€hr 10, allerhöchstens 20 Minuten langsam und tupfen Sie die Haut mit einem weichen Handtuch ab.
  • Nach einer kurzen Ruhezeit den Körper mit einer Bodylotion auf Aloe-Vera- oder Urea-Basis eincremen, kuschelige Socken anziehen und ab unter die Decke. Ganz wichtig: Trinken nicht vergessen. Was Mahlzeiten oder Unterhaltung angeht, sollten Sie leichte Kost bevorzugen.
  • Und jetzt? Versuchen Sie, in diesem Entspannungsmodus zu bleiben. Wenn nichts weiter ansteht: Licht aus, Augen zu und am nĂ€chsten Tag erholt aufwachen.

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(27.01.2026)


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