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Was wir selbst fĂŒr gesunde FingernĂ€gel tun können


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Die einen schenken den FingernĂ€geln nur alle zwei Wochen kurz einmal Aufmerksamkeit - wenn sie gekĂŒrzt werden mĂŒssen. Die anderen widmen sich ihnen zweimal pro Woche, um sie mit Lack und Co. aufzuhĂŒbschen. 

Doch unsere FingernÀgel sind nicht nur da, um gut auszusehen - sie helfen uns durch unseren Alltag. «NÀgel stabilisieren die Fingerkuppe», sagt der Hausarzt Lutz Weber. Sie erleichtern es uns, nach kleinen GegenstÀnden zu greifen, ebenso helfen sie beim Kratzen und generell bei feinem Hantieren. 

Sinneswahrnehmungen wie Druck oder Temperatur werden zwar nicht von den NĂ€geln selbst, sondern von den Rezeptoren in der Haut der Fingerspitze registriert. «Die NĂ€gel verstĂ€rken aber die Empfindung, indem sie einen Gegenhalt bieten», erklĂ€rt Lutz Weber. Und: In frĂŒheren Zeiten seien FingernĂ€gel eine exzellente Waffe gewesen, so der Dermatologe Jan-Olaf Piontek. Sechs Fragen und Antworten rund um unsere NĂ€gel. 

Woraus bestehen NÀgel - und wie schnell wachsen sie? 

«Unser Nagel besteht hauptsĂ€chlich aus dem festen, fasrigen Protein Keratin, das auch in den Haaren und der Ă€ußeren Hautschicht vorkommt», sagt Lutz Weber.

Wie schnell NÀgel wachsen, ist individuell verschieden. Grob lÀsst sich sagen: ZehennÀgel wachsen etwa ein bis zwei Millimeter pro Monat, FingernÀgel kommen auf einen Millimeter pro Woche. 

«EnthÀlt die ErnÀhrung viel Biotin und Zink, die Grundbausteine der Nagelplatte, wachsen sie schneller», sagt Jan-Olaf Piontek. Aber dazu spÀter mehr. 

Hilfe, der Nagel sieht komisch aus. Woran kann das liegen? 

«Ähnlich wie bei den Haaren sind auch die FingernĂ€gel ein Signalgeber», sagt Lutz Weber. Sie können uns also etwas ĂŒber den Zustand unseres Körpers verraten. 

Gar nicht so selten kommt eine tiefe Rille vor, die aus dem Nagel rauswĂ€chst. Sie zeigt an, dass das Wachstum vorĂŒbergehend gestört war - etwa aufgrund eines Infektes. «In der Regel wĂ€chst aber alles weiter und die Nagelwurzel geht nicht kaputt», sagt Jan-Olaf Piontek. 

Andere VerĂ€nderungen können kritischer fĂŒr den Nagel sein. Etwa, wenn er dick und bröckelig wird und gelbliche VerfĂ€rbungen am Nagelrand zeigt. Das spricht fĂŒr einen Nagelpilz. Er sollte behandelt werden, sonst droht ein Verlust des Nagels. 

Auch wenn eine Nagelvariante aus der Norm fĂ€llt, etwa so ins Fleisch einschneidet, dass sich die Stelle entzĂŒndet und womöglich sogar eitert, ist ein Arztbesuch angesagt. 

Das gilt auch, wenn Pigmentflecke unter dem Nagel zu sehen sind. «Bei verschleppten Tumoren denken Patienten oft, das sei ein Leberfleck», sagt Piontek. «Bitte solche VerÀnderungen nicht als "Das ist ja nix!" abtun.» 

Wer zum Hautkrebsscreening geht, sollte dabei ĂŒbrigens keinen Nagellack auf Finger- oder FußnĂ€geln tragen. Schließlich sollen Arzt oder Ärztin auch HautverĂ€nderungen unter den NĂ€geln sehen können. 

Welche Ursachen können hinter brĂŒchigen NĂ€geln stecken?

«Da ist alles möglich», sagt Lutz Weber. Äußere EinflĂŒsse wie der hĂ€ufige Kontakt mit Wasser und SpĂŒlmittel können den NĂ€geln Feuchtigkeit entziehen, was sie instabiler macht. Auch aggressive Chemikalien fĂŒhren oft zu brĂŒchigen NĂ€geln - ein Beispiel: Nagellackentferner. 

Die Ursache kann aber auch im Körper liegen: «Bei einem NÀhrstoffmangel mit Biotin, Eisen, Zink oder Vitamin D3 kann sich der Nagel nicht mehr richtig bilden», sagt Lutz Weber. Wer den Verdacht hat, nicht gut genug damit versorgt zu sein, lÀsst am besten eine Blutuntersuchung machen. 

Wie «repariert» man einen eingerissenen Nagel? 

Jan-Olaf Piontek rÀt: «Schneiden Sie den Nagel an der entsprechenden Ecke nah am Nagelbett ab und kleben im Zweifel ein Pflaster darauf.» Auf keinen Fall sollte man den Nagel weiter abziehen bis es blutet. «Dann wird das Nagelbett verletzt.» Jetzt braucht es nur noch Geduld, bis der Riss herausgewachsen ist. 

Wie mache ich meine NÀgel möglichst stark? 

«Man sollte die NĂ€gel vor Ă€ußeren EinflĂŒssen schĂŒtzen», rĂ€t Lutz Weber. «Bei der Hausarbeit empfiehlt es sich zum Beispiel, Handschuhe zu tragen.» Und aufzupassen, mit welchen Chemikalien man in Kontakt kommt. 

Handcremes schĂŒtzen die Nagelsubstanz. Jan-Olaf Piontek: «Allerdings nur, wenn sie ohne Zusatzstoffe wie ParfĂŒm und Pflanzenbestandteile sind.» Letztere können Allergien auslösen. 

Und dann ist da noch der Faktor ErnĂ€hrung: Wer sich ausgewogen und vielfĂ€ltig ernĂ€hrt, tut schon viel fĂŒr schöne und starke NĂ€gel. Auf Biotin und Zink kommt es besonders an. Als gute Lieferanten zĂ€hlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) auf: 

  • Bei Biotin: Sonnenblumenkerne, Leber und Niere, (gekochte) Eier, Sojabohnen, Haferflocken und Pilze.
  • Bei Zink: Rind- und Schweinefleisch, KĂ€se, Milch, Eier, NĂŒsse, Weizen- und Roggenkeimlinge

Auch NahrungsergĂ€nzungsmittel können Weber zufolge eine Option sein, wenn man mit brĂŒchigen NĂ€geln zu kĂ€mpfen hat - und sie auf einen NĂ€hrstoffmangel zurĂŒckgehen. Also am besten bespricht man das Thema mit Hausarzt oder HausĂ€rztin. 

Und was ist mit KunstnÀgeln und Nagellack? 

«All das ist aus medizinischer Sicht Murks», lautet die EinschÀtzung von Jan-Olaf Piontek. Optisch seien KunstnÀgel und Lacke Geschmackssache, aber gesundheitlich unumstritten bedenklich. 

«Jeder Lack oder Kleber ist aggressiv. Sie schÀdigen auf Dauer das Nagelbett», sagt Lutz Weber. Wird viel von der Matrix geschÀdigt, also vom Ausgangspunkt des Nagels, kann das dauerhafte Folgen haben. «Der nachfolgende Nagel ist nicht mehr so stabil und fest. Er könnte zudem wellig, verformt, verfÀrbt und eventuell mit Rissen nachwachsen», sagt Lutz Weber. 

Zudem können sich durch Nagellacke laut Piontek mit der Zeit Allergien entwickeln. Erst entstĂŒnden EntzĂŒndungen und Rötungen, spĂ€ter Schwellungen auf der Haut. Viele haben dann gar nicht auf dem Schirm, dass der Nagellack der ÜbeltĂ€ter sein könnte. 

Nicht zuletzt rÀt Piontek auch aus hygienischer Sicht von langen KunstnÀgeln ab. «Darunter sammeln sich Schmutz und Bakterien zuhauf an.»


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(21.04.2026)


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