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Wochenbettdepression: Warnzeichen frĂŒh erkennen


Bild: Silvia Marks/dpa-tmn

Das grĂ¶ĂŸte GlĂŒck der Welt liegt einem im Arm. Doch statt unbĂ€ndiger Freude sind da viele Unsicherheiten, Heulattacken und Erschöpfung? Der sogenannte Babyblues – ein typischer Stimmungsabfall wenige Tage nach der Geburt – kommt hĂ€ufig vor und klingt meist rasch wieder ab, in der Regel innerhalb von zwei Wochen.

Nicht wenige Frauen haben nach der Geburt jedoch auch mit ernsteren, behandlungsbedĂŒrftigen psychischen Erkrankungen zu kĂ€mpfen. «Etwa jede siebte Frau entwickelt nach der Geburt eine Depression», sagt Petra Beschoner, FachĂ€rztin fĂŒr Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.

Seelische Belastungen offen ansprechen

Eine Wochenbettdepression wird in der Fachsprache auch postpartale Depression genannt. Sie geht hĂ€ufig mit SchuldgefĂŒhlen und VersagensĂ€ngsten einher und kann die Beziehung zwischen Mutter und Kind spĂŒrbar belasten, erklĂ€rt die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau.

Zwar sei «nicht jede schwierige Phase» gleich eine Depression, so die Ärztin. HĂ€lt das Tief jedoch ĂŒber Wochen an, fĂ€llt der Alltag zunehmend schwer oder werden selbst kleine Aufgaben zur Herausforderung, sollte genauer hingeschaut werden.

Oft dauert es nĂ€mlich lange, bis Betroffene ĂŒber ihre Lage sprechen. Viele halten ihre Beschwerden zunĂ€chst fĂŒr eine normale Reaktion auf Schlafmangel und Wochenbettstress. HĂ€ufig glaubten MĂŒtter, «sie mĂŒssten da einfach durch», beschreibt Beschoner typische Denkmuster. Nach außen wirken Betroffene oft unauffĂ€llig, weil sie «einfach funktionieren».

Merkmale der Wochenbettdepression

Wichtig ist daher, Warnsignale frĂŒh zu erkennen und seelische Belastungen im Wochenbett offen anzusprechen. Eine Wochenbettdepression kann sich nach Informationen der Stiftung Gesundheitswissen ganz unterschiedlich Ă€ußern. 

Es gibt jedoch Anzeichen, auf die man achten kann. Betroffene fĂŒhlen sich hĂ€ufig: 

  • andauernd niedergeschlagen und traurig, 
  • Ă€ngstlich, etwa weil sie glauben, das Kind nicht gut versorgen zu können,
  • hoffnungslos, 
  • ĂŒberfordert und schnell gereizt.

Typisch können außerdem sein:

  • RĂŒckzug: Nachrichten werden nicht mehr beantwortet, Verabredungen werden abgesagt.
  • Emotionale Distanz: «Nicht wenige Ă€ußern, dass sie sich selbst nicht mehr wiedererkennen oder kaum noch Freude empfinden», so Petra Beschoner.

Als weitere mögliche Merkmale nennt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe unter anderem ĂŒbermĂ€ĂŸige Angst und Sorge um das Wohlergehen des Kindes, starke Zweifel an den eigenen FĂ€higkeiten als Mutter sowie VersagensĂ€ngste. Auch Zwangsgedanken (zum Beispiel, dem Kind zu schaden) und Stillprobleme können auftreten.

Anlaufstellen fĂŒr Betroffene

Wichtige Anlaufstellen fĂŒr Betroffene sind Hebammen sowie Frauen- oder HausĂ€rztinnen und -Ă€rzte. Sie können einschĂ€tzen, wie stark die Beschwerden sind und passende UnterstĂŒtzung vermitteln. 

Bei anhaltenden Symptomen kann den Angaben der FachĂ€rztin zufolge eine Psychotherapie sinnvoll sein, manchmal auch eine medikamentöse Behandlung. Entscheidend ist zudem emotionale und praktische UnterstĂŒtzung sowie Entlastung durch Partner, Freunde oder Angehörige.


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(07.05.2026)


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