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Was Kinderaugen vor Kurzsichtigkeit schĂŒtzt


Bild: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn

Die Tafel am anderen Ende des Klassenzimmers oder die Freundin auf der anderen Straßenseite wirken irgendwie verschwommen? Das kennt so manches Schulkind. Am Ende der Grundschulzeit sind nach Angaben des Kuratoriums Gutes Sehen (KGS) 15 Prozent der Kinder kurzsichtig. 

Die meisten FĂ€lle von Kurzsichtigkeit sind darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass der Augapfel etwas zu sehr in die LĂ€nge gewachsen ist. Das einfallende Licht wird dann nicht erst auf der Netzhaut gebĂŒndelt, sondern schon davor. 

Eine Brille kann das ausgleichen. «Aber ein einmal zu lang gewachsenes Auge wird nicht wieder kĂŒrzer», so Prof. Bettina Wabbels von der UniversitĂ€ts-Augenklinik Bonn. Eine starke Kurzsichtigkeit kann zudem langfristig das Risiko fĂŒr schwere Netzhauterkrankungen erhöhen. 

Gut also, wenn Eltern die beeinflussbaren Risikofaktoren fĂŒr Kurzsichtigkeit kennen - und ihr Kind fĂŒr gesunde Gewohnheiten rund ums Sehen sensibilisieren. 

Wodurch Kurzsichtigkeit entsteht

Zwar spielt auch die Veranlagung eine Rolle. Sind beide Elternteile kurzsichtig, liegt das Risiko fĂŒr die Fehlsichtigkeit beim Kind bei 60 Prozent, so das KGS.

Es gibt neben der Genetik aber noch weitere Risikofaktoren. Wer nun direkt an Bildschirmzeit denkt, hat durchaus einen Punkt. Aber Vorsicht: «Die bisherige Studienlage erlaubt nicht den Schluss, dass Bildschirmzeit allein Kurzsichtigkeit verursacht», ordnet die Stiftung Auge ein. Die Forschung zeigt: Viel Nahsehen und wenig Zeit im Freien erhöhen das Risiko dafĂŒr, dass Kinder eine Kurzsichtigkeit entwickeln. 

Als Naharbeit fĂŒrs Auge zĂ€hlt aber lĂ€ngst nicht nur die Zeit vor Tablet und Smartphone, sondern etwa auch das Lesen von BĂŒchern. Es kommt vor allem darauf an, wie lange die Augen in der NĂ€he fokussieren mĂŒssen - und wie nah Buch oder GerĂ€t davor sind, so Wabbels. Wenig Pausen und wenig Abstand sind auf Dauer besonders schlecht fĂŒr die Augen. 

Drei Tipps fĂŒr Eltern

  • Dem Kind die 20-20-20-Regel beibringen 

Sie sorgt dafĂŒr, dass die Augen beim Nahsehen regelmĂ€ĂŸig zu einer Pause kommen. Konkret lautet der Tipp: etwa alle 20 Minuten fĂŒr mindestens 20 Sekunden den Blick in die Ferne (20 Fuß = 6 Meter) schweifen lassen. Also zum Beispiel aus dem Fenster schauen. Ebenfalls wichtig: Bildschirmzeiten - und damit Nahsehen - nicht ausufern lassen. 

  • Den Nachwuchs zu ausreichend Zeit draußen motivieren

«Kinder sollten möglichst mindestens zwei Stunden am Tag draußen verbringen», empfiehlt AugenĂ€rztin Bettina Wabbels. Nicht nur der in die Ferne schweifende Blick tut den Augen dabei gut. Dazu kommen Effekte des Tageslichts - auch an bewölkten Tagen. Helles Licht fördert die Freisetzung von Dopamin in der Netzhaut, was das LĂ€ngenwachstum des Augapfels ausbremst. 

  • AuffĂ€lligkeiten abklĂ€ren lassen

Kneift das Kind seine Augen immer wieder zusammen oder klagt ĂŒber Kopfschmerzen, ist das ein guter Anlass, einen Augenarzttermin auszumachen. Mit einem Sehtest lĂ€sst sich rasch klĂ€ren, ob eine Kurzsichtigkeit vorliegt.


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(04.09.2026)


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