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KreativitĂ€t: Warum das Gehirn dafĂŒr Langweile braucht


Bild: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Wann haben Sie sich das letzte Mal richtig gelangweilt und ihren Gedanken dabei freien Lauf gelassen? Fast immer, wenn wir Gelegenheit dazu hÀtten, greifen wir automatisch zum Smartphone, starten einen Podcast, scrollen auf Social Media oder suchen uns eine neue Aufgabe.

Diese permanente BeschÀftigung könne jedoch ihren Preis haben, schreibt die Neurowissenschaftlerin und Buchautorin Friederike Fabritius in ihrem aktuellen Newsletter. Ein Zustand stÀndiger kognitiver GeschÀftigkeit könne auf Dauer unsere FÀhigkeit zum kreativen Denken oder zur emotionalen Regulation negativ beeinflussen.

Fabritius erklĂ€rt, warum Nichtstun wichtig ist - auch wenn es sich zunĂ€chst wie unproduktive Zeit anfĂŒhlt: Dadurch sorgen wir dafĂŒr, dass unser sogenanntes Default Mode Network (DMN) im Alltag kaum Raum bekommt. Das DMN ist - vereinfacht erklĂ€rt - eine Gruppe von Hirnregionen, die aktiv sind, wenn wir keinen konkreten Aufgaben nachgehen – zum Beispiel beim TagtrĂ€umen, Nachdenken oder Erinnern.

Den Gedanken im Alltag freien Lauf lassen

Wie Fabritius schreibt, entstĂŒnden kreative Aha-Momente oft genau dann, wenn das DMN aktiv ist. Studien deuten darauf hin, dass Menschen kreativer sind, wenn sie vor einer Aufgabe kurzzeitig nichts zu tun hatten. Viele Menschen hĂ€tten Langeweile jedoch weitgehend aus ihrem Alltag verbannt, so Fabritius. Wie holt man sie zurĂŒck? 

Die Neurowissenschaftlerin empfiehlt alltagstaugliche Gelegenheiten: 

  • beim Pendeln: Kein Podcast, keine Musik, keine Anrufe: Einmal pro Woche sollte man sich vornehmen, auf dem Arbeitsweg allein mit seinen Gedanken zu sein. Das könne sich anfangs unangenehm anfĂŒhlen. Das Gehirn brauche Zeit, um sich an das ungewohnte Empfinden anzupassen.
  • beim geplanten Nichtstun: Fabritius rĂ€t, sich 15 Minuten tĂ€glich fĂŒrs Nichtstun im Kalender einzutragen. Sie schlĂ€gt vor, einfach auf dem Balkon zu sitzen, im Bett zu liegen oder schlicht an die Wand zu starren. Es geht darum, ohne Ziele und ProduktivitĂ€t im Hinterkopf die Gedanken kreisen zu lassen.
  • beim Duschen: Warmes Wasser, wiederholte Bewegungen, keine Reize von außen: Wer die Dusche zur handy- und stressfreien Zone macht, schafft Bedingungen, unter denen das Gehirn zur Ruhe kommt und Gedanken frei wandern können. Vielleicht haben Sie auch schon selbst erlebt, dass Ihnen unter der Dusche die besten Ideen kommen.

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(28.01.2026)


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